Vulkan San Cristobal

Alle beim Aufstieg

Bekanntschaft mit dem inneren Schweinehund

Diesmal sollte also der aktive Vulkan San Cristobal, der mit 1739m höchste Vulkan Nicaraguas (nicht der höchste Berg, das ist nämlich der Pico Mogotón mit 2438m an der Grenze zu Honduras), bestiegen werden. Der Vulkan liegt im Nordwesten Nicaraguas, in der Nähe Chinandegas.

Chinandega war auch das erste Ziel. Los gings nach einer ziemlichen kurzen Nacht um 4 Uhr morgens in León. Gemeinsam mit Martha, Elisa und Omar fuhren wir nach Chinandega, wo uns ein Mitarbeiter der Finca Verde erwarten, und zu ebendieser am Fuße des Vulkans bringen sollte.

Nach ein bisschen Warterei (Hora nica lässt grüßen) in Chinandega trafen wir den Mitarbeiter doch noch und stiegen in seinen Pickup Richtung Finca Verde.

Warum, sollten wir nach wenigen Kilometern merken. Die „Straße“ war plötzlich quasi aus und es ging auf einem wirklich wilden Weg weiter. Nachdem wir unterwegs noch unseren Guide, Don Mariano, einsammelten, ging die Wanderung um 8:00 endgültig los.

Unser Guide

Don Mariano ist ein vor Ort lebender Bauer, der nebenberuflich als Guide fungiert und den Vulkan San Cristobal wie kein zweiter kennt, was wir später noch erleben sollten. Während wir vollgepackt mit 3,5 Litern Wasser und sonstiger Ausrüstung starteten, blieb uns bei der Sicht auf Don Marianos Wasserflasche fast die Luft weg: Einzig eine 0,2 Liter Flasche sollte dem etwa 60jährigen bei der heutigen Tour reichen! Wie, das weiß ich bis heute nicht…

Don Mariano am Gipfel
Don Mariano am Gipfel
Alle beim Aufstieg
Alle beim Aufstieg

Die ersten Meter auf den Vulkan San Cristobal

Nach der ersten halben Stunde in dichtem Wald und mannshohen Wiesen, von Wanderweg zu schreiben wäre eine maßlose Übertreibung, lichtete sich die Vegetation langsam. Don Mariano ging stets mit der Machete vorne weg und bahnte uns so unseren „Wanderweg“. Weiter gings über meterhohe Lavaflanken bergauf, an denen man sich die Wucht eines Vulkanausbruchs durchaus vorstellen konnte.
Der Aufstieg auf der Schattenseite des Vulkans bescherte uns sehr angenehme Temperaturen und eine kühle Brise tat (am Anfang) ihr Übriges.

Aufstieg im Schatten des Vulkans
Aufstieg im Schatten des Vulkans
Lavaflanken
Lavaflanken

Der härteste Teil des Aufstiegs stand uns allerdings noch bevor: Nämlich der mühsame Weg über das Lavafeld, der uns nun bevorstand. Leider beschlossen Martha und Elisa, und später auch Omar, dass sie den Gipfel heute nicht erklimmen würden…

Die letzten Meter

Weiter ging es also alleine mit Don Mariano, der hinauflief , ja –lief, als wäre da kein unglaublich anstrengendes Lavafeld, sondern ein Untergrund, an dem man nicht bei jedem Schritt wieder etwas zurückrutscht und immer nach Halt sucht.

Selten habe ich am Weg zu einem Gipfel wohl so geflucht und Pausen gemacht.

Schlussendlich überwand ich dann doch sämtliche, und riesengroße, Schweinehunde und stand gegen 12:30 am Gipfel, mit einem unglaublichen Blick auf den Krater und außerdem die gesamte Vulkankette an Nicaraguas Pazifikküste.

Der Krater Vulkan san cristobal
Der Krater
Vulkankette Nicaraguas
Vulkankette Nicaraguas

Der Abstieg ging dann deutlich schneller, auf den Fersten rutschend war man ziemlich schnell wieder unten. Wären da nicht die schmerzenden Oberschenkel gewesen, was sich etwas auf die Trittsicherheit auswirkte.
Nach den letzten Metern durchs Gras und Kaffeepflanzen waren wir 2 Stunden später wieder auf der Finca und dort gabs das beste Gallo Pinto meines Lebens. Was ich aber vermutlich von allem Essbaren behauptet hätte 😉

Fazit

Eine sehr anstrengende Wanderung, die mit einem tollen Blick auf den massiven Krater und die Vulkankette Nicaraguas beeindruckt! Sehr empfehlenswert!

 

Warst du schon auf einem Vulkan in Nicaragua? Wie waren deine Erfahrungen?

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