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Nicaragua abseits der touristischen Pfade

Regenwald am Rio San Juan

Bei unserem aktuellen Nicaraguaurlaub im April dieses Jahres war der äußerste Süden, das Gebiet um den Rio San Juan, der nahe der Grenze zu Costa Rica verläuft bzw. abschnittsweise auch den natürlichen Grenzverlauf bildet, eines unserer Ziele.

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Der Rio San Juan im Süden Nicaraguas liegt bei den meisten Touristen eher nicht auf der Reiseroute, zumindest nicht beim ersten Besuch des Landes, was einerseits an der Erreichbarkeit liegt und andererseits an der Lage. Wer zum Rio San Juan reist, muss entweder aus Managua fliegen, 6-7 Stunden mit dem Mietauto, eine mindestens so lange Busfahrt oder eine noch längere Fähre von Granada über die Isla de Ometepe auf sich nehmen. Und dann, wenn man nicht an die karibische Seite Costa Ricas weitermöchte, einen ähnliche Rückfahrt  wählen. Es liegt also nicht wirklich “am Weg”, vor allem wenn man nur wenige Wochen Zeit hat.

Wir wählten die Anreise mit Pickup nach Boca de sabalos. Dieses kleine Dorf liegt schon ein gutes Stück im Fluss, etwa eine halbe Stunde von El Castillo entfernt.

Highlight des Aufenthalts am Rio San Juan ist auf jeden Fall die geführte Tour durch den Regenwald, aber auch die bewegte Geschichte von El Castillo ist ein interessanter Tagesausflug, in jene Zeit, in der sich Piraten und Kolonialmächte um die Vorherrschaft dieses wichtigen Flusses bekriegten.

Lost im Dschungel – Reserva Indio Maíz

Bei Sonnenaufgang werden wir von unserem Guide für den heutigen Tag schon am Anlegeplatz des Hotels erwartet, vor uns wartet eine etwas mehr als einstündige Fahrt ins Naturreservat Reserva Indio Maíz. In El Castillo halten wir noch kurz, jeder muss sich beim Militärposten in El Castillo registrieren, da kurz nach El Castillo der Fluss zur Landesgrenze wird. Wir erfahren, dass das viele Nicaraguaner ausnutzen und nicht ganz legal nach Costa Rica übersetzen, um dort einige Monate vom höheren Lohn zu profitieren.

Angekommen im Reservat dauert es keine fünf Minuten, und ein erster Frosch kreuzt unseren Weg und wir erfahren, dass das Gift dieses fingerkuppengroßen rot-blauen Frosches früher von den Ureinwohnern für ihre Giftpfeile benutzt wurde. Immer wieder halten wir, und unser Guide erklärt und zeigt uns so einiges. Leider komme ich mit der Kamera kaum nach, weswegen es leider nur wenige Tierphotos gibt, und die meisten Erinnerungen in den Köpfen bleiben müssen.  Neben Fröschen bekommen wir auch Affen, Faultiere, riesige Ameisen, Blattschneiderameisen (Photo) und zahlreiche Vögel zu sehen. Die Pumas, Jaguare und Geparden bekommen wir (zum Glück?!) nicht vor Gesicht… Ein Highlight am Ende ist dieser laut Guide eher seltene Camouflage-Frosch. Selbst nach einer kurzen Berührung muss man sich aufgrund des ebenfalls giftigen Schleims sogleich die Hände waschen. Auch die Flora wird uns nähergebracht. Wir probieren natürlichen Kaugummi, erfahren, welche Pflanze als natürliches Narkosemittel z.B. für Frauen bei Geburten (ist ja kein Krankenhaus in der Nähe) benutzt wird (und können das im Selbsttest bestätigen, also die Taubheit im Mund nach dem Kauen eines Stücks der Pflanze)…Insgesamt ein großartiger Tagesausflug! Danke an unseren Guide Juan aus El Castillo.

Tour nach El Castillo

El Castillo kann auf eine lange, und heiß umkämpfte Geschichte zurückblicken. Die gleichnamige Festung an diesem strategischen, weil sehr übersichtlichen Punkt wurde im 17. Jahrhundert von den spanischen Konquistadoren errichtet, um die Kolonialstadt Granada zu verteidigen. Heute ist El Castillo, als letzter größerer Ort auf dem Weg an die karibische Küste, einer der touristischen Zentren des Departamentos Rio San Juan. In einem neuen Museum können sich die Besucher über die Geschichte des Forts informieren, es werden auch Führungen im Fort und dem Museum angeboten. El Castillo ist nur per Boot erreichbar.

Übernachten

Als Hotel kann ich das Sabalos Lodge empfehlen. Dieses liegt am Ufer des Flusses außerhalb der Ortschaft, also mitten in der Natur. Die freistehenden aus Holz gezimmerten Bungalows, die zum Teil direkt am Ufer liegen, bieten einen einfachen aber komplett ausreichenden Standard. Moskitonetze gibt es bei jedem Bett. Auch wenn es dort (überraschenderweise) eigentlich kaum Gelsen (Stechmücken) gibt.

Weitere Eindrücke

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5 Discussions on
“Nicaragua abseits der touristischen Pfade”
    • Hehe, süß ist gut…Idania war “etwas” verspannt in dem Moment, leider gibts davon kein Video. Aber war schon spannend zu sehen, wie alltäglich der Guide mit sowas umgeht…

  • Lieber Jakob,
    wow, so eine schöne Natur! Der Beitrag macht wirklich Lust, bald einmal nach Nicaragua zu reisen! Sehr toll!
    Alles Liebe,
    Kathi

    • Hey Kathi, Dankeschön! =)
      Ja, Nicaragua ist definitiv eine Reise wert, kann ich nur empfehlen…Und Mittelamerika kommt ja (zumindest auf eurem Blog) noch nicht vor.
      Liebe Grüße!

  • Hi Jakob,

    eine Tour durch den Regenwald habe ich das letzte Mal in Costa Rica 2010 gemacht. Ganz schön lange her. Wobei ich jetzt in Guatemala und Mexiko durchaus auch im Regenwald war. Für die Maya-Ruinen, aber das ist ja nicht ganz dasselbe. Auf jeden Fall machen mir deine Bilder so richtig Lust drauf! Danke 🙂

    Liebe Grüße
    Barbara

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