geführte Touren durch Berlin

Eintauchen in Berlins Geschichte und ihre Unterwelt

Bei geführten Stadttouren muss ich entweder an japanische Reisegruppen mit mehr Kameras als Personen, oder an einen Pensionistengruppe, die einem in die Höhe gestreckten Regenschirm folgen, denken. Wie es auch anders geht, nämlich kurzweilig, witzig und informativ, zeigen zwei Angebote in Berlin: Eine Tour durch Berlins Unterwelt und eine free tour durch die Stadt.
(disclaimer: Ich wurde weder eingeladen, noch angefragt. Das ist eine einfache und persönliche Empfehlung!)

Wir entflohen also kürzlich dem Alltag und flogen übers Wochenende in Deutschlands Hauptstadt. Viel Zeit für klassisches Sightseeing blieb da fast nicht, hat doch Berlin im Sommer so viel zu bieten, was diese Stadt auch ausmacht, wie etwa Streetfood Festivals oder Straßenfeste (mehr dazu später).

Free tour

Also bekamen wir von unserer Freundin, die wir in Berlin besuchten, den großartigen Tipp, doch eine dieser Free guided tours zu machen, denn dann bliebe noch genug Zeit für die wirklich interessanten Ecken Berlins. Diese Stadtführungen werden von Sandeman New Europe angeboten. Die Stadtführer werden nicht von dem Unternehmen bezahlt, sondern arbeiten auf Trinkgeldbasis. Unser Trinkgeld ist seine Motivation und sein Gehalt. Anfangs war ich noch etwas skeptisch aber unser Guide Michael machte seine Sache wirklich sehr gut, informativ, kurzweilig und witzig. Die 2,5 Stunden vergingen wie im Flug und führten uns vom Brandenburger Tor über da Holocaustdenkmal bis zur Humboldtuniversität. Am Ende der Tour waren wir über so einiges Wissen (und einem Sonnenbrand) reicher, um ein ordentliches Trinkgeld ärmer, und uns sicher, dass wir diese Touren auch in anderen Städten ausprobieren möchten und hier weiterempfehlen müssen!

Stadtührung Berlin

Berlins Unterwelt

Sonntags machten wir dann auf den Weg in Berlins Unterwelt. Der Verein Unterwelten bietet Führungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten durch Berlins Unterwelt an. Wir entschieden uns für das Thema Mauerdurchbruch und sollten dies keine Sekunde bereuen! Scheinbar ist es manchmal empfehlenswert, bis zu einer Stunde vor Start der Tour bereits hinzufahren, um noch Tickets zu bekommen, da die Nachfrage durchaus hoch ist.

Gemeinsam mit etwa 20 anderen Neugierigen folgten wir dem Guide in einen Bunker, um mehr über Fluchttunnel, Fluchtversuche über das Kanalsystem und die U-Bahn, und Gegenmaßnahmen der DDR zu erfahren. Der Guide hat uns mit seinem Detailwissen und seinem Humor sofort in den Bann gezogen und wir erfuhren auf sehr anschauliche Weise (die Aufbereitung ist großartig) so einiges über Fluchtversuche der Ostberliner, die Unterstützung der Westberliner, die Duldung Westberlins, die eine oder andere fesselnde Nacherzählung von Zeitzeugen und und und.
Wenn du in Berlin bist, mach so eine Tour!

Da dort leider striktes Fotografie-Verbot herrscht, habe ich keine Photos, die die gute Aufbereitung mit zahlreichen Illustrationen zeigen

Berlin
Photo (c) Berlin Unterwelten e.V. http://berliner-unterwelten.de/tour-m.675.0.html

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8 Comments

  • Ich habe schon ein paar dieser Sandeman Free Tours mitgemacht und muss sagen, ich finde das Konzept echt gut. Sie sind perfekt um sich einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen. Schade, dass es sowas für Wien noch nicht gibt, aber wahrscheinlich sind unsere Gesetze zu streng 😛

    • Hey Julia,
      Das bestärkt mich, dass ich das in Zukunft auch in anderen Städten mache.

      Warum es das inzwischen in so vielen Städten gibt, nur in Wien nicht, ist eine gute Frage. Höchste Zeit wärs, würd ich sagen!

  • Die Tour durch den Berliner Untergrund habe ich auch schon gemacht, war wirklich toll und informativ. Ich hatte außerdem auch das Gefühl, dass die Guides das wirklich mit Herzblut gemacht haben.

    Herzlich,
    Anna

  • Hallo Jakob,
    danke für den informativen Artikel. Ich bin an Ostern eine Woche in Berlin und die Tipps für die Touren sind super! Die Idee, Untergrund-Touren zu machen, find ich großartig. Ich wollte schon immer mal wissen, wie es sich angefühlt hat, in einem Bunker zu sein. Nicht, dass ich das für den Notfall testen möchte, verstehe mich bitte nicht falsch 😉
    Gruß
    Maria

  • Hallo Jakob,

    tolle Idee! Berlin ist von uns aus „nur“ ca. 250 km weg, daher sind wir öfter mal da. Geht mit dem Zug in etwa 1 Stunde. Dass es Führungen in den Untergrund gibt, wußte ich nicht. Habe immer nur mal im TV verfolgt, wie es da in Berlins Unterwelten aussieht. Und es immer auch sehr spannend gefunden.

    Vielen Dank für den Tipp, vielleicht kann ich meine Frau mal dazu überreden!?

    Viele Grüße

    Uwe

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