Zu Gast im 20.000**** Hotel

Wüstentour in Merzouga

„Welcome to our 20.000 stars hotel!“ begrüßt uns der Chef des Wüstencamps in Marokko mit einem Lächeln. Ein Lächeln, das wir nach unserem zweistündigen Kamelritt und der spektakulären Eindrücke gerne erwiderten. Was er mit der Sternenkategorie genau meint, wurde uns bewusst, als es dunkel wurde. Aber dazu später.

Start im Hotel Ksar Bicha

Frühmorgens sind wir in Tinghir aufgebrochen, um auch ja rechtzeitig in Merzouga, im Hotel Ksar Bicha, anzukommen. Einige Photostopps später, es herrscht kaum Verkehr und die Straßen sind ausgezeichnet, kommen wir zu Mittag im Hotel an. Sobald auf der Fahrt auf dem letzten Abschnitt am Horizont langsam die große Sanddüne Erg Chebbi sichtbar wird, steigt unsere Vorfreude merklich an. Schließlich sind wir zum ersten Mal in einer Wüste. Genauer gesagt in einer Sandwüste, nach meinem Besuch des Salar de Uyuni im Süden Boliviens. Auf dem Hotelparkplatz wird unser Mietauto plötzlich ganz klein, neben den Land Rovern, die im letzten Ort noch einmal Wasser, Nahrungsmittel, Benzin und Kraft tanken, bevor sie die Abenteuerreise weit in bzw. durch die Wüste führt. Ein Wegweiser im Ort, weist ihnen die Richtung in das tausende Kilometer entfernte Timbuktu…

Auch wenn unser Ziel nicht Timbuktu heißt, tun wir es den Abenteurern gleich und entspannen noch ein wenig am wirklich großen Pool des Hotels. Genau das Richtige nach einigen Tagen am Rande des Atlas, in Tälern, in denen es abends auch mal kälter wird.

Wüstentour Merzouga marokko

 

Aufsitzen auf die Kamele

Nachdem wir unser sieben Sachen gepackt hatten, bekommen wir noch jeder einen Turban um den Kopf gewickelt. Jetzt sollte es wirklich losgehen. Ali, der Hotelbesitzer, erkundigt sich noch fürsorglich, ob wir genug Wasser mit hätten, und stellt uns sogleich Yussuf vor, unseren Guide / Kameltreiber für die nächsten zwei Tage. Wir lernen noch rasch ein deutsches Ehepaar kennen, das ebenfalls den Weg in die Wüste suchte. Und schon sitzt jeder auf einem Kamel; die Karawane kann starten!

Wüstentour Merzouga marokko

Anfangs sind die Bewegungen des Kamels durchaus gewöhnungsbedürftig und ich merke, wie ich mich etwas verkrampft an den Griff vor mir klammere. Immerhin bin ich, auf dem letzten Kamel der Karawane, damit nicht alleine. Meine Vorderleute schauen nicht wirklich entspannter drein. Nach rascher Gewöhnung geht es nun Düne rauf, Düne runter und wir schaukeln auf unseren Wüstenschiffen immer weiter in ein Meer aus Sand. Die langsam untergehende Sonne lässt die Wüste dabei in unzählbaren Farbtönen erleuchten. Yussuf führt uns kurz vor Sonnenuntergang auf eine der höheren Dünen, von der aus wir das Farbspektakel in aller Ruhe genießen können und jeder von uns ist froh, sich ein wenig die Beine zu vertreten.

farbe wüste sand

 

Ankommen im 20.000**** Wüstencamp

Nach einer weiteren halben Stunde sind wir durchaus froh, das Kamelreiten für heute sein zu lassen, und im Wüstencamp anzukommen. Dort begrüßt uns der Chef in seinem Camp und weist uns den Weg in eines der Zelte. Und dann ist uns wohl die Überraschung ins Gesicht geschrieben, als wir sehen, dass da erstens ein Bett stand (ich hatte eher mit einer Nacht auf einem Teppich gerechnet) und es zweitens elektrisches Licht (wozu habe ich denn ganz Abenteurermäßig meine Stirnlampe mit?) gibt, das mit einem im Camp installierten Solarpanel betrieben wird.

Kameltreiber marokko

Nach dem guten Abendessen (zur Abwechslung wieder mal Tajine de poulet), wandern unsere Köpfe langsam himmelwärts, und uns wird langsam bewusst, was der Chef des Wüstencamps uns bei der Begrüßung mitteilen wollte. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. So einen prachtvollen Sternenhimmel hatte ich bisher erst einmal so prachtvoll erlebt. Auch die Milchstraße zeichnet sich unglaublich deutlich ab. Wir schaueen fasziniert in den Sternenhimmel und versuchen, das ein oder andere Sternbild zu entdecken. Irgendwann meldet sich unser Genick bei uns und wir verkriechen uns in unserem geräumigen Zelt.

Sonnenaufgang in der Wüste

Schlaftrunken suchen wir frühmorgens den Weg aus unseren Zelten. Den Sonnenaufgang wollten wir uns auf der Wüstentour auf keinen Fall entgehen lassen. Wir suchen uns die höchste Düne in näherer Umgebung, und machen uns auf den Weg. Langsam ging es bergauf, sehr langsam. Bei jedem Schritt rutschen wir wieder etwas hinab. Frühmorgens doppelt anstrengend. Doch es  zahlt sich aus. Hinter einem in der Ferne, bereits in Algerien liegendem flachen Hügel, wird es immer heller und schließlich begannen die wunderbaren Farbspiele auf den Dünen von Neuem. Erst ein Magenknurren erinnert uns an das Frühstück und wir rutschen die Düne wieder herab.

leben in der wüste

Kurz darauf neigt sich unsere Wüstentour in Marokko dem Ende zu, wir schwingen uns auf die Kamele, und Yussuf führt uns zurück nach Merzouga. Ich habe jedoch genug der Kamele und begleitete Yussuf zu Fuß. Schließlich geht es einem nach so einem Kamelritt in etwa so wie nach einer längeren Fahrt auf einem unbequemen Fahrradsattel. Dies nimmt man allerdings bei so einer wunderbaren Tour gerne in Kauf.

Vielen Dank an das Hotel Ksar Bicha für die Unterstützung bei der Wüstentour!

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