Reiseroute in Marokko

7 Tage Roadtrip inkl. Hoteltipps

Was kann man in einer Woche mit dem Auto in Marokko sinnvollerweise ansteuern? Wie lange braucht man für eine Strecke? Heute möchte ich dir meine Reiseroute ab/nach Marrakesch vorstellen, auf der ich Ende Oktober mit meinem Mietwagen unterwegs war. Ich kann dir nur empfehlen, in Marokko ein Auto zu mieten. Viel zu beeindruckend und schön ist die Landschaft, um daran einfach in einem Überlandbus vorbeizurauschen. Stehen bleiben zu können, um Photos zu schießen und kurze Spaziergänge in der Umgebung zu machen, ist da die deutlich bessere Option!

Ich hatte genau eine Woche für meinen Roadtrip Zeit, um wieder in Marrakesch zu sein. Im Nachhinein betrachtet würde ich an meiner Route nichts ändern. Diese deckt die, für einen Erstbesuch in Marokko, wichtigsten Ziele ab, ist landschaftlich vielfältig, und auch ohne tägliche stundenlange Autofahrten problemlos schaffbar.

Autofahren in Marokko

Autofahren ist in Marokko übrigens nicht so wild. Einzig in Marrakesch bzw. anderen größeren Städten kann man mal in Schwitzen kommen (vor allem, wenn man wie ich einen fast kratzerlosen Mietwagen entgegennimmt…). Aber auch da ist alles gut gegangen. Außerhalb der Städte sind die schweren, langsamen LKWs bei Überwindung der Pässe mit folgenden Serpentinen oft mühsam und nur schwer zu überholen, aber auch das stellt im Endeffekt kein gröberes Problem dar. Sonst nimmt das Verkehrsaufkommen, je weiter man sich von den großen Städten entfernt, deutlich ab. Die Straßen sind größtenteils sehr gut ausgebaut, solange man auf den Hauptverkehrsadern unterwegs ist. Verlässt man diese auf dem Weg zu einem Hotel, ändert sich das rasch.

Mein Auto, einen Citroen Elysee (ähnlich dem Peugeot 301) habe ich über billiger-mietwagen(.)de bei Hertz gebucht.

Meine Reiseroute – Einmal in die Wüste und zurück

1. Marrakesch -> Ait Ben Haddou

Nach Entgegennahme des Mietautos mache ich mich auf den Weg über den beeindruckenden Tizi n’Tichka-Pass im Atlas nach Ait Ben Haddou. Einmal aus Marrakesch draußen, ist die Fahrt bis ins Atlasgebirge deutlich entspannter. Ich werde kaum von LKWs aufgehalten, auch bei Polizeikontrollen werde ich immer weitergewunken. Mittags mache ich einen kurzen Stopp in einem Restaurant mit hübscher Dachterasse und ganz gutem Essen. Wichtig ist, nach der Passüberquerung auf die (fast vollständig asphaltierte) Nebenstraße nach Telouet abzubiegen, die auch mit einem Kleinwagen problemlos befahrbar ist. Diese führt durch deutlich schönere Täler, und lädt zu zahlreichen Photostopps ein! Ait Ben Haddou erreiche ich am Nachmittag. Die beeindruckende Altstadt von Ait Ben Haddou, in der auch zahlreiche Filme gedreht wurden, besuche ich am nächsten Morgen.

Hoteltipp: Riad Caravane. Wohl eine der schönsten Unterkünfte meiner Reise. Etwas außerhalb gelegen, phantastisches Frühstück und Abendessen.

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2. Ait Ben Haddou -> Dades Tal

Am späten Vormittag geht die Reise weiter. Über Ouarzazate fahre ich weiter ins Dadestal. Das fruchtbare und bewirtschaftete Tal und die kargen, ausgetrockneten Hänge bieten dabei ein imposantes Bild. Auf dem Weg machen wir bei einer alten Kasbah einen kurzen Stopp. Der Weg dahin ist allerdings eher abenteuerlich und das Gebotete mäßig spannend und die Guides eher seltsam. Auf diesen Stopp kann man verzichten, vor allem auf den dort im Anschluss angepriesenen Besuch einer Palmenoase.

Im Dadestal komme ich am späten Nachmittag an. Nach einer schönen geführten Wanderung durch Seitentäler am nächsten Vormittag, fahre ich noch eine Kilometer weiter ins Tal, um diesen beeindruckenden Punkt (Photo) zu erreichen, bevor ich umdrehe und nach Tinghir weiterfahre.

Hoteltipp: Auberge Ait Oudinar. Zweckmäßig und für eine Nacht ok. Der vermittelte Bergführer für die Wanderung am nächsten Tag war dafür hervorragend, und der Hotelbesitzer auch sehr nett.

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3. Dades Tal -> Tinghir

Nach der wunderschönen geführten Wanderung durch Seitentäler des Dades Tals am Vormittag führt die Reise weiter nach Tinghir. Müde von der Wanderung (und inzwischen genug Bildern von Tälern im Kopf) verzichte ich auf das Draa-Tal und genieße den Tag im Hotel mit hervorragender Küche. Die Fahrt selbst dauert nicht all zulange.

Hoteltipp: Hotel La Kasbah, kurz vor Ortsausfahrt und abfallender Linkskurve. Sehr freundliche Besitzer, gute Zimmer, Essen einfältig aber ok. Wunderschöne Karte in der Rezeption.

4.  Tinghir -> Merzouga

Ab Tinghir ändert sich das Landschaftsbild deutlich. Die Landschaft wird nun deutlich flacher und trockener. In Tinghir decke ich mich auf Raten des Hotelamanagers noch mit Wasser und etwas Verpflegung ein und tanke voll (Benzin ist am Rande der Wüste, genauso wie alles andere, teurer). Über Tinejdad und Erfoud erreiche ich nach etwa 4-5 Stunden Merzouga. Die Straßen werden leerer, dafür steigt die Anzahl an Expeditionsautos deutlich an. Im ganz wunderbaren Hotel entspanne ich noch eine Zeit, bis die zweitägige Kameltour startet.

Hoteltipp: Hotel Ksar Bicha. Ausführlicher Bericht. Freundlicher Besitzer, sehr gute Tour in die Wüste, wunderbare Zimmer.

5. Merzouga -> Agdz

Auf dieser Fahrt wird die Landschaft immer karger. Ich passiere kaum Dörfer, es herrscht fast kein Vekehr, und es ist so richtig heiß. Auf den letzten Kilometern ändert sich das Landschaftsbild wieder. Die Fahrt führt nun durch Palmenoasen, über (zur Abwechslung nicht ausgetrocknete) Flussbetten und daher auch wieder größere Dörfer. Am späten Nachmittag erreiche ich Agdz. Das dortige Hotel gehört neben jenem in Ait Ben Haddou zu den allerbesten meiner Reise. Es gibt einen beheizten (!) Außenpool und zum ersten Mal seit einigen Tagen nicht Tajine de poulet (au citron), sondern kreative, französisch beeinflusste, marokkanische Küche. Einzig der schmale Weg zum Hotel bringt mich jedes Mal etwas ins Schwitzen…

Hoteltipp: Dar Qamar. Das beste Essen (abends und morgens) auf dieser Reise. Man merkt die europäische Führung. Genau das richtige Hotel, um es sich noch einmal so richtig gut gehen zu lassen am Ende des Roadtrips.

Frühstück im Hotel Dar Qamar
Frühstück im Hotel Dar Qamar

6. Agdz -> Marrakesch

Der letzte Tag, ein reiner Reisetag, steht an. Rückfahrten sind immer etwas anstrengend. Man weiß, der Urlaub ist bald vorbei, und es geht nur noch darum, möglichst rasch und unbeschwert nach Marrakesch zurückzufahren. Dank des Umwegs bei der Hinfahrt nach Ait Ben Haddou führt der Weg zumindest durch noch unbekannte Landschaft. Zahlreiche Kurven und nervende LKWs später erreiche ich nach 6 Stunden Marrakesch und gebe das Auto heil bei der Autovermietung zurück.

Warst du schon einmal in Marokko? Hast du noch zusätzliche Tipps? Ich freue mich über Dein Kommentar zu Deiner Reiseroute!

6 Comments

    • Danke Lisa.
      Ja, auf jeden Fall. Man darf nur nicht vergessen, dass es ein muslimisches Land, und daher nicht zu freizügig herumlaufen.
      Marokko ist ein tolles Reiseland, also nichts wie hin!

      Liebe Grüße,
      Jakob

  • Oh mein Gott…dagegen sind die Serpentinen an der Riviera ja ein Witz 😀 Oh man…so schöne Bilder und die Tour ist einfach traumhaft!!!! Ich würde am liebsten sofort in den Flieger hüpfen und ab nach Marokko auf den Spuren eurer Reise. Zweimal wollte ich schon hin, Flüge ec gebucht und jedesmal kam was dazwischen. Beruf und Zahn…wenn ich das so sehen muss ich es noch einmal versuchen 🙂 Habe mir gleich jede Menge Tipps gespeichert von euch 🙂 Das dadestal kannte ich gar nicht…

    Liebe Grüße,
    Martin

    • Oh, Danke Martin!
      Ja, Marokko ist echt ein super Land, das sich für einen Roadtrip hervorragend eignet. Ich hoffe du hast das nächste Mal mehr Glück, lass dich deswegen nicht von dem Reiseziel entmutigen 😉
      Liebe Grüße,
      Jakob

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