Wanderung auf den Traunstein

Gipfelkreuz Traunstein

Der Traunstein im Salzkammergut macht es einem nicht leicht, ihn zu mögen. So wuchtig er sich vom Traunseeufer aus präsentiert, so kraftraubend ist auch der etwa dreistündige Aufstieg und der Weg bergab. Nein, der Traunstein ist kein Berg, den man „einfach so“ besteigt (außer man trainiert für den Bergmarathon). Immerhin müssen vom Einstieg am Ufer des Traunsees bis zum 1,691m hohen Gipfel etwas mehr als 1,200 Höhenmeter überwunden werden. Und trotzdem ist der Traunstein einer der meistbestiegenen Gipfel des Salzkammerguts bzw. Oberösterreichs. Wenn man einmal oben ist, wird einem sofort klar, wieso. Überragend ist das sich bietende Panorama über den Traunsee, nach Ebensee, Gmunden und die umliegenden Bergketten.

Gmundner Huette

Routen

Der Traunstein lässt sich über verschiedene Wanderrouten besteigen: dem Hans Hernler Steig, dem Naturfreundesteig und dem Weg über die Mairalm (im Salzkammergut als Moa(r)oim ausgesprochen). Zudem gibt es noch verschiedene Klettersteige, z.B. vom Laudachsee.

Der Naturfreundesteig ist wohl der bekannteste Wanderweg/Steig auf den Traunstein. Er ist etwas steiler als der Hernlersteig und führt über zum Teil ausgesetzte Stellen, Leitern und Klammern zum Naturfreundehaus. Anstrengender, da der Weg in der Sonne liegt. Der Weg endet beim Naturfreundehaus, von dem es noch etwa 25 Minuten zum Gipfel sind.

Der Hans Hernler Steig, benannt nach einem Gmundner Alpinisten, führt auf der Nordseite steil bis zur Gmunder Hütte, von der es noch etwa 10 bis 15 Minuten zum Gipfel sind. Den Weg beschreibe ich weiter unten genauer.

Der Mairalmsteig gilt als der einfachste Weg auf den Traunstein. Die zahlreichen Serpentinen auf dem steinigen Weg sollten aber keinenfalls unterschätzt werden. Außerdem fehlt der Blick auf den Traunsee.

Panoramablick Dachstein

Meine Route

Ich habe an diesem sonnigen Herbstwochenende die Route über den Hernler-Steig genommen und bin über die Mairalm abgestiegen. Der Hernlersteig hat den Vorteil (wenn es trocken ist), dass der gesamte Aufstieg bis auf die letzten Meter im Schatten erfolgt. Immer wieder bieten sich dazu Rastplätze mit großartigem Blick auf den Traunsee und das gegenüberliegende Ufer an. Der Weg geht sanft, und mäßig steil, durch den Wald los, wird jedoch mit der Zeit steiler.  Nach etwa 1:10 bis 1:30 erreicht man den Dachsteinblick, nomen est omen, eine willkommene Pause!

Danach geht es steil weiter, ich erreiche die Baumgrenze und muss immer öfter meine Hände benutzen, um voran zu kommen. Endlich, am letzten steilen Stück, sehe ich oben die Sonne hervorblinzeln, ein gutes Zeichen. Nach einer letzten kurzen Pause bei der hohen Rast, wo der Klettersteig abzweigt, steige ich schließlich erschöpft, aber glücklich, über die letzte Leiter nach oben, zum Gmundner Haus, von dem es nur mehr 10-15 Minuten zum Gipfel sind. Ich beschließe, gleich weiter zum Gipfelkreuz am Pyramidenkogel zu gehen, und mir die Pause bei der Hütte erst beim Abstieg zu gönnen. Oben am Gipfel herrscht aufgrund des letzten, warmen Herbstwochenendes reger Betrieb. Auch ich raste mich aus, bevor ich noch einen Sprung in die Gmundner Hütte mache.

k1024_wanderweg_traunstein

Der Abstieg gestaltet sich schwierig. Es geht ziemlich steil bergab über unwegsames Gelände, ich muss ständig aufpassen, wo ich hin steige, und das raubt einem die Kraft. Nach 45 Minuten bietet sich eine kleine Quelle als willkommener Zwischenstopp an. Ja, runtergehen habe ich noch nie mögen. Irgendwann nach 2 Stunden erreichen wir die Forststraße, von der es noch einmal etwa 50 Minuten erst im Wald, dann am Seeufer, bis zum Parkplatz sind.

Anstrengend wars, aber auch wunderschön!

Wer kann auf den Traunstein wandern?

Eine Wanderung auf den Traunstein ist nicht ganz einfach. Am Hernler-Steig gibt es wenige ausgesetzte Stellen, die sehr gut mit Stahlseilen gesichert sind. Schwindelfrei und Trittsicher sind dabei durchaus von Vorteil. Dazu kommt noch die eine oder andere Leiter. Für die Besteigung sollte man jedenfalls eine gute Kondition mitbringen, es geht 3 Stunden steil bergauf, etwa 1,200 Höhenmeter, nur selten mal eben dahin. Man muss öfters größere Schritte machen, und die Hände dazunehmen, um sich am Seil festzuhalten oder ein bisschen zu kraxeln. Es ist aber nicht so, dass man Kletterzeug oder einen Helm bräuchte.

k1024_ausblick_traunstein

Was sollte man mitnehmen?

  •  Wind- und wetterfeste Kleidung. Je nach Wetterlage kann das Wetter schneller drehen, als man glaubt.
  • Handschuhe (Stahlseile und Felsen lassen die Finger schnell aufrauen)
  • Genug zu trinken (Es gibt am Hernlersteig keine Quelle. Oben auf den Hütten wird man natürlich bestens versorgt. Beim Abstieg gibt es nach ca. 45 Minuten eine Quelle)
  • KEINE Stöcke mitnehmen, sind nur im weg
  • Sonnencreme, -schutz
  • Hüttenschlafsack, Waschzeug, ev. Mitgliedskarte AV oder Naturfreunde… falls man oben übernachtet
  • Erste-Hilfe Set. Auf diesen felsigen Steigen kann man schnell mal ein Pflaster oder Verbandszeug brauchen

Sonnenaufgang Traunsee

Nützliche Links

Sieben Tipps für einen sicheren Tag auf dem Traunstein

Gmundner Hütte (Alpenverein)

Traunsteinhaus (Naturfreunde)

Warst du schon auf dem Traunstein? Wie ist es dir dabei gegangen?

2 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.