Calakmul – die beeindruckendste Mayaruine Mexicos

Calakmul Pyramide

Calakmul ist anders als die anderen Mayaruinen in Mexico. Nicht zu vergleichen mit Chichen Itzá, Palenque oder Uxmal. Zu weit liegt diese archäologische Ausgrabungsstätte von den Hauptverkehrsadern Mexicos Richtung Yucatan, auch als Gringo Trail verschmäht, entfernt. Zu lange dauert vielen die Anfahrt, zu spärlich sind die Busverbindungen, um dieses Paradies mitten in einem großen Biosphärenpark an der Grenze zu Guatemala zu besuchen. Einmal aus den üblichen Pfaden auszubrechen, und ein paar Pyramiden (fast) ganz für mich alleine haben, diesen Traum erfüllte ich mir in Calakmul, nahe der Grenze zu Guatemala! Diesmal „nur“ für drei Wochen (-> Meine Reiseroute) unterwegs, wählte ich dafür einen Touranbieter in Palenque, um noch genügend Zeit auf der Halbinsel Yucatan zu haben.

Calakmul Maya Pyramide

Um halb fünf morgens erwartete mich mein heutiger Guide Damian vor meinem Hostel, und, wie in Lateinamerika üblich, ging es, dank Klimaanlage bei frostigen Temperaturen, für die nächsten fünfeinhalb Stunden Richtung Calakmul. Damian stellte sich dabei, in 5 Stunden lernt man sich ja doch etwas besser kennen, als junger, sympatischer Palenqueno heraus, der mich immer wieder mit seinen Geschichten und Anekdoten überraschte. Nach etwa vier Stunden zweigen wir von der Hauptstraße ab, und fahren in den Biosphärenpark. Das Abenteuer kann beginnen!

Geschichte von Calakmul

Calakmul, so weiß man heute, war eine der wichtigsten und auch die größte Mayastadt Zentralamerikas. Entdeckt wurde diese 1931 und ist heute UNESCO Weltkulturerbe. Schätzungen zufolge lebten bis zu eine Million Mayas auf einer Fläche von etwa 70km². Es finden sich hier über 6000 Strukturen und die Zahl der Stelen wird immer noch nach oben korrigiert und bewegt sich auf 200 zu. Der Name Calakmul bedeutet übrigens in etwa „die Stadt der zwei benachbarten Pyramiden“ und wurde von den ersten Entdeckern aufgrund der Strukturen I und II vergeben. Der eigentliche Name der Stadt lautete Chan, und bedeutete Schlange. Die Blütezeit der Stadt liegt nach aktuellen Erkenntnissen zwischen dem zweiten und dem zehnten Jahrhundert n.Chr. Zur Zeit der spanischen Inquisition war diese Stadt, so wie viele andere, nicht mehr bewohnt. Zum Niedergang der Stadt, die immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen mit dem benachbarten Tikal in Guatemala hatte, gibt es verschiedenste Theorien. Man geht von Dürreperioden und Wasserknappheit aus.

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Die alles überragende Pyramiden Calakmuls mitten im Regenwald

Das Beeindruckende an der archäologischen Stätte Calakmul ist seine einzigartige Lage mitten in einem Biosphärenpark sowie seine den Regenwald deutlich überragenden Pyramiden, die sogenannten Strukturen I und II. Auf dem Weg zur Spitze kommt man dabei ganz schön ins Schwitzen. Die Stufen sind äußerst schmal und gleichzeitig zum Teil deutlich höher als gewohnt. Und dass, obwohl die Mayas deutlich kleiner waren als heutzutage. Ist man aber erst einmal ganz oben, hat man den ganzen Park, täglich besuchen die Stadt etwa 100 Personen, quasi für sich alleine. Bis zum Horizont liegt einem, abgesehen von den anderen Strukturen Calakmuls, der Regenwald zu Füßen. Ein überragendes Gefühl! Verständlich, dass sie der König der Mayas dort oben gottgleich fühlte ;-).

Praktische Tipps für deinen Besuch

  • Plane ausreichend Zeit für die Anfahrt ein. Von Palenque sind es ca. sechs Stunden mit einem Auto.
  • Ich kann dir den Tourenanbieter Ecoexperiencias sehr empfehlen. Die Guides sind sehr gut informiert und kennen sich wirklich sehr gut aus.
  • Nimm genügend Wasser, Sonnencreme, Moskitospray und einen Snack mit. Dort gibt es nichts zu kaufen!
  • Feste Schuhe, Sportschuhe oder ähnliches tragen. Deine Füße werden es dir aufgrund der vielen Stufen und der Weitläufigkeit des Geländes am Ende des Tages danken 😉
  • Übernachtungsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel in Xpujil.
  • Es gibt keine öffentlichen Busse für die letzten 60km im Biosphärenpark selbst.

Vielen Dank an den Touranbieter Ecoexperiencias in Palenque, der mich dankenswerter Weise unterstützt, und mir so diese Tour ermöglicht hat. Meine Begeisterung ist davon unbeeinflusst.

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