Edinburgh und die Highlands

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Stadt und Roadtrip in vier Tagen

Dem Alltag für ein paar Tage entfliehen, und der schottischen Sängerin Amy Macdonald live lauschen, war das erklärte Ziel dieses Kurztrips ins britische Königreich. Und so viel kann ich schon verraten, Schottland hat genau das, was ich am Reisen so mag. Ein paar Tage in einer schönen Stadt, ein paar Tage draußen in der Natur. Eine Kombination, für die zum Reinschnuppern nach Schottland auch vier Tage ausreichen. In Kombination mit gutem Essen, gastfreundlichen Schotten und einem Abend unter Locals am Konzert von Amy Macdonald waren das jene Zutaten, die mich den Alltag vergessen ließen und die Reise nach Edinburgh und Schottland zu einem perfekten Kurztrip machten.

Zwei Tage Edinburgh

Wir erkunden Edinburgh vom wunderschönen Bed&Breakfast Adria House auf der anderen Seite des Calton Hill. B&B sind in Edinburgh eindeutig die bessere Wahl. Herzlich werden wir im B&B vom Gastgeber begrüßt und fühlen uns sogleich wohl im stilvoll eingerichteten Haus mit seinem gepflegten Garten. Schotttlands Hauptstadt empfängt und Anfang April noch etwas frischer als in Mitteleuropa, der Frühling steht hier noch in den Startlöchern.

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Edinburgh von oben

Ich liebe es, Städte von oben zu betrachten. Hier geht das aufgrund der vielen Hügel, angeblich wurde auch diese Stadt auf sieben Hügeln gebaut, besonders gut. Die wenigen Meter auf den Calton Hill lohnen sich. Von dort, wo etwas deplaziert auch ein paar römische Säulen stehen, genießt man einen Rundumblick Richtung Meer, Altstadt und Neustadt. Photographen sei empfohlen, zur goldenen Stunde oder dem Sonnenuntergang auf den Calton Hill zu kommen. Uns machen Wolken hingegen einen Strich durch die Rechnung. Weitere lohnende Panoramapunkte sind die Festung sowie Arthurs seat, auf den wir es aus Zeitgründen leider nicht mehr geschafft haben.

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Essen & Trinken

Die schottische Küche ist durchaus deftig, aber besser als ihr Ruf. Und an Pubs kommt man kaum vorbei – sollte man auch nicht. Wir kosten uns in den zwei Tagen einmal quer durch die kulinarischen Angebote Schottlands. Nur Haggies haben wir ausgelassen. Den Tag beginnen wir mit einem deftigen schottischen Frühstück. Das besteht aus Eiern, baked beans, einer Wurst, gekochten Tomaten und gebratenem Speck. Nun ja, einmal reicht.

Unter Tags und am Abend folgen wir Empfehlungen von Freunden und Bloggerkolleginnen oder entscheiden uns kurzfristig beim Vorbeigehen für eine Einkehr. Auch hier werden wir kein einziges Mal enttäuscht. Burger, Mac n cheese, Fish & Chips, ausgefallenere Speisen mittags. Edinburgh hat uns kulinarisch nicht enttäuscht.

Folgende Pubs und Restaurants kann ich dir sehr empfehlen:

Dirty Dick´s Pub

In dieses Pub sind wir eher zufällig gestolpert, nachdem wir schon einige Zeit auf der Suche nach einem Restaurant waren. Was für eine gute Entscheidung! Gelandet sind wir also in diesem gemütlichen Pub, das durch seine extravagante Decken- und Wanddeko besticht. Wir hielten uns an die Bierempfehlung der Bedienung und bestellten rasch. Pubessen ist eindeutig besser als sein Ruf, so viel können wir nach ausführlichen Tests während unserer Reise mit Sicherheit sagen. Hier war es Schweinefleisch im Speckmantel, als auch Fish&Chips, die unseren Hunger stillten.

The red squirrel

Das Red Squirrel ist ein klassisches Burgerrestaurant, das uns vor der Reise empfohlen wurde. Praktischerweise lag es gleich neben der Usher Hall, also ideal, um am ersten Tag vor dem Konzert noch einzukehren.

Villager

Auf das Villager sind wir eher zufällig im Vorbeigehen gestoßen. Nach einer sehr langen Free Walking Tour knurrten unsere Mägen. Die nette Einrichtung und eine interessante Karte sollten uns nicht täuschen. Sehr gutes Essen, und mal nicht die klassische schottische Küche. Sehr zu empfehlen, und nicht allzu teuer.

Free Walking Tour

Nach guten Erfahrungen in Berlin und Budapest haben wir uns wieder uns auch hier für eine Free Walking Tour (Touren sind kostenlos, Guides bekommen dann Trinkgeld der Teilnehmer). Und wurden nicht enttäuscht. Gerade in Edinburgh, mit seiner bewegten Geschichte, vielen versteckten kleinen Gassen, und geschichtsträchtigen Friedhöfen, eignet sich so eine Tour sehr gut, um einen kompakten, kurzweiligen Einblick zu bekommen.

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Konzert von Amy Macdonald

Jetzt oute ich mich als Fan. Einer der Gründe für unsere Reise nach Edinburgh war es, die schottische Sängerin in ihrer Heimat live zu sehen. Und wir wurden keine Sekunde enttäuscht. Eine gute gelaunte Amy Macdonald, ein stimmungsvolles Publikum in der randvollen Usher Hall, der Abend war perfekt. Es ist einfach was anderes, Bands in ihrer Heimat live zu sehen. Top!

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Roadtrip in die Highlands

Nach zwei Nächten im B&B Adria House war es dann soweit – die Highlands warteten auf uns. Das Mietauto wurde rasch entgegengenommen und nun ging es los. Zum ersten Mal auf der „falschen“, sprich linken, Straßenseite. Durchaus gewöhnungsbedürftig muss ich sagen. So galt die Konzentration anfangs besonders der Straße, während meine Reisebegleitung schon die Landschaft bewunderte. Passiert ist nichts, aber man sollte insbesondere bei wenig oder gar keinem Verkehr, beim Abbiegen, und beim Abschätzen von Abständen aufpassen.

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Nach einem kurzen Stopp in Stirling fuhren wir weiter nach Killin, eine kleine Ortschaft die sehr idyllisch am Eingang eines Tales liegt. Wir nutzten die regenfreien Stunden und erkundeten erst einmal die Highlands, sowie die schöne Steinbrücke im Ort.

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Ab dann wurde der Roadtrip richtig schön. Die Straße führte nun mitten durch die Highlands. Kaum Ortschaften, dafür sanfte Grashügel mit kleinen Bächen und eine Moorlandschaft, die zu vielen Zwischenstopps auf den zahlreichen Parkplätzen einlud. Super für Photostopps, kleine Spaziergänge und die Seele baumeln lassen. Wir hatten die Highlands fast für uns alleine. In der Hochsaison muss es hier ganz anders ausschauen…

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Übernachtet haben wir im Outdoor-Mekka Fort William am Fuße des Ben Nevis, dem höchsten Berg des britischen Königreichs. In der Stadt selbst gibt es hauptsächlich Outdoorläden, und ein paar Pubs. Von außen komplett unscheinbar, dafür wirklich gut, ist der Fish & Chips Fastfood-Laden in der Fußgängerzone, in dem fangfrischer Fisch serviert wird. Zwar mir Plastikbesteck und serviert in einem Karton, aber dafür richtig gut!

Am nächsten Tag entdecken wir diesen Friedhof, auf einer Insel, der Eilean Munde, im Loch Leven. Mehrere Familienclans teilten sich diesen Friedhof in den letzten Jahrhunderten. Eine Kapelle wurde hier bereits im 15. Jahrhundert gebaut. Nicht minder amüsant sind die umliegenden Isle of Discussion und die Isle of Convention, die von den Familienclans für Diskussionen bzw. Aussprachen bzw. die Unterzeichnung eines Vertrags genutzt wurden. Dort, und nur dort, wurden diese Aussprachen geführt. Der nahelegende Friedhof war dann vermutlich auch praktisch, falls es mit einer Aussprache mal nicht so klappte wie vorhergesehen…

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Zurück nach Edinburgh fuhren wir dann am Ostufer des Loch Lomond. Landschaftlich sehr beeindruckend geht es auf recht engen Straßen Richtung Glasgow. Und weiter nach Edinburgh. Am See selbst gibt es einige hübsche kleine Dörfer, in denen es sich auszahlt, stehen zu bleiben und spazieren zu gehen.

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Auch diese kurze Zeit war es wert, im Mietauto durch die Highlands zu fahren. Und es hat Lust auf deutlich mehr, etwa die Isle of Skye, gemacht. Bei den Stopps noch länger stehenbleiben zu können, durch die Highlands zu wandern,.. All das stelle ich mir richtig schön vor.

Warst du schon einmal in Schottland? Was hat dir denn besonders gut gefallen?

 

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4 Comments

  • Hej hej,
    sehr cooler Bericht. Wir erleben Schottland gerade genau wie du es beschreibst. Richtig klasse, diese unglaublich tollen Landschaften.
    Aktuell sind wir in Portree auf der Isle of Skye und haben schon die ersten Highlights erlebt. Besonders beeindruckend war ein Spaziergang auf den Klippen bei den Lealt Falls. Wenn du wieder nach Schottland kommst, schau dort unbedingt vorbei. 🙂
    Viele Grüße
    Marcel

  • Schottland gehört zu den Ländern, die ich unbedingt sehen will. Klar steht Edinburgh weit oben auf der Wunschliste, aber besonders die Highlands haben es mir angetan. Eure Bilder sind klasse und lassen das Fernweh noch größer werden. Danke fürdie schönen Eindrücke!
    Viele Grüße, Susanne

  • Ich war letzten April für ein paar Tage in Glasgow und Edinburgh. Glasgow konnte mich leider überhaupt nicht begeistern, Edinburgh dafür umso mehr! Eine Rundreise steht ganz oben auf meiner Wunschliste, deine Eindrücke aus den Highlands bestätigen diesen Wunsch 😉

  • Cool, schöne Bilder! 🙂 Ich mochte Schottland sehr, vor allem Edinburgh und Isle of Skye haben mich richtig überzeugt. Würd ich sofort wieder hin. Und mit nur einem Regentag in einer Woche waren wir auch ganz glücklich.

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