Fußballwochenende in Mailand

Mailand, Italiens Metropole im Norden, ist vor allem für Mode und seine Oper, die Scala, berühmt. Was ich dann dort mache, kann ich doch weder mit extravaganter, teurer Mode noch Oper viel gemeinsam? In Mailand wird auch noch Fußball gespielt. Das San Siro Stadion, in dem die beiden Stadtrivalen Inter Mailand und AC Milan spielen, war daher das eigentliche Ziel meiner Reise, stand dieses Wochenende doch das große Mailänder Derby an. Insgesamt verbrachte ich drei Tage in der Stadt, was eindeutig ausreichend ist. Im Vergleich zu vielen anderen italienischen Städten fehlt es der Stadt zwar etwas an Charme, in zwei bis drei Tagen gibt es aber schon auch einiges zu sehen. Neben dem Fußballspiel besuchte ich auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Stadtviertel.

Durch den frühen Hinflug kam ich in den Genuss dieses wunderschönen Sonnenaufgangs über den Alpen:

Ein Highlight der Stadt ist der Duomo, Mailands Dom im Zentrum der Stadt. Neben seiner Größe sind es vor allem die vielen Details, welche den Dom so beeindruckend wirken lassen. Dauerte die Fertigstellung doch immerhin ca. 500 Jahre. Da man mit der Begeisterung allerdings nicht alleine ist, muss man fürs Anstehen einiges an Geduld mitbringen, werden doch alle Besucher*innen von Soldaten am Eingang mit einem Metalldetektor kontrolliert. Sowohl der Weg auf das Dach, als auch das Innere des Doms sind sehr sehenswert und sollten, trotz ewig lang wirkender Schlange, nicht ausgelassen werden. Mit einem Ticket hat man 48 Stunden Zeit, die einzelnen Teile des Doms zu besuchen. Wir teilten es daher auch auf zwei Tage auf. Wir hatten nach der ersten Schlange und der Besichtigung des Inneren des Doms einfach keine Lust mehr, uns noch einmal in die nächste Schlange zu stellen.

Mein Tipp: Teilt euch den Besuch auf zwei Tage auf. Tickets kann man auch online kaufen, wobei die Schlange zum Kauf der Tickets vergleichsweise kurz war.

Ganz klar eine Enttäuschung ist hingegen die Mailänder Scala, zumindest von außen. Wüsste man es nicht besser, man würde an dem Gebäude einfach vorbeilaufen.

Ein Besuch des Sempione Parks zahlt sich hingegen sehr aus. Wir hatten Mitte Oktober richtig Glück, und konnten bei über 20 Grad am Wochenende im Park entspannen und bei einem italienischen Bier das spätsommerliche Wetter genießen. Am Rande des Parks befindet sich außerdem das Castello und, für Fußballfans interessant, das historische Mailänder Stadion.

Das im Zentrum liegende Viertel Brera ist neben Isola wohl eines der schönsten Viertel Mailands, wobei Brera deutlich eleganter ist und sich Isola noch etwas ursprünglicher zeigt. Besonders in Brera gibt es viele Restaurants, Cafes und Shops, die zu einem Besuch einladen. In Isola ist alles noch etwas ruhiger. Das Viertel hat noch eher seinen ursprünglichen, künstlerischen Charakter behalten und präsentiert sich eher alternativ und „hipster“-like.

Mein Tipp: In Brera oder auf der Garibaldi und seinen Nebenstraßen in eine der Restaurants einkehren. Am Corso Como ists nur touristisch, sonst nicht viel.

Ein weiteres Highlight ist das Viertel um den Naviglio Grande. Zwar schon recht touristisch aber vor allem Abends ist es ein auch bei Italienern sehr beliebtes und lebhaftes Viertel mit vielen einladenden Restaurants und Bars.

Bei Tag
Bei Nacht

Sehr sehenswert ist das Museo della scenza, dass unter anderem sehr viele der Erfindungen des grandiosen Leonardo da Vinci ausstellt. Beeindruckend, wie er seiner Zeit teilweise weit voraus war.

Sonntag Abend stand dann schließlich das 304. Mailänder Derby am Programm. In Italien ist das Derby als Derby della Madonnina bekannt. Der Name bezieht sich auf die vergoldete Madonnenstatue der Jungfrau Maria auf einer Spitze des Mailänder Doms, die im Volksmund nur La Madonnina genannt wird.Die Vorfreude war schon den ganzen Tag über riesig. Endlich aus der vollen U-Bahn draußen waren wir schon alleine vom Blick auf das Stadion begeistert. Im Fanshop, in dem zu meiner Verwunderung Fanartikel beider Vereine zu kaufen gab, deckten ich mich noch rasch mit einem Inter T-Shirt ein und schon ging es in den zweiten Rang des Stadions, gleich neben der Fankurve Inter Mailands. Bereits eine Stunde vor Spielbeginn war das Stadion fast komplett gefüllt, und die Fankurven waren schon bester Laune. Auf den Längstribünen war das Publikum jedoch bunt gemischt, ohne dass ich auch nur irgendwelche Auseinandersetzungen mitbekommen hätte. Das ist top! Kurz vor Spielbeginn wurde es erstmals richtig laut. Der Spielverlauf trug seinen Teil dazu bei, dass die Stimmung immer besser wurde. Schließlich gewann Inter Mailand das Spiel mit einem Elfmeter in letzter Minute 3:2. Damit stand das Stadion endgültig Kopf. Und wir waren richtig glücklich über das spannende Match und dem gelungenen Besuch.

Mein Tipp: Erkundige dich rechtzeitig, wann der freie Verkauf startet. Das Spiel war fast ausverkauft. Und reise rechtzeitig an. Tickets sind in Italien personalisiert. Vergiss also deinen Reisepass nicht.

Warst du schon einmal auf einem Fußballspiel in Italien? Wie waren deine Erfahrungen?

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