Roadtrip Portugal | Von Porto nach Lissabon

Lissabon? Kennt inzwischen fast jeder. Genauso wie Porto. Aber hast du schon mal was von Coimbra oder Nazaré gehört? Nein? Na dann. Ich verspreche dir, nach diesem Artikel willst du gleich einen Flug und ein Mietauto buchen, um ebenfalls das wunderschöne Coimbra und das Surfermekka Nazaré kennenlernen. Außerdem verrate ich dir am Ende des Artikels, was diese Reise aus persönlichen Gründen so ganz speziell für uns gemacht hat, warum sich nächstes Jahr irgendwie alles ändern wird, und was dich daher im kommenden Jahr hier auf Weltblicke.at erwartet.

Lissabon_Azulejos_Häuser_Kacheln

Städtereise und Roadtrip

Portugal bietet ideale Voraussetzungen für diese Kombination. Die Distanzen sind nicht allzu groß, Lissabon und Porto sind immer eine Reise wert, und das, was dazwischen liegt, ist abwechslungsreich und für jeden Geschmack ist etwas dabei. So haben wir uns, auch nach Erzählungen von Familie und Freunden, für dieses Reiseziel in der ersten Oktoberhälfte entschieden. Es sollte im Herbst noch einmal ins Warme gehen, bei gleichzeitig nicht allzu langer Flugzeit und erschwinglichen Preisen.

So viel sei schon verraten, wir wurden keine Minute enttäuscht. Neben den beiden bekannten Städten Lissabon und Porto entdeckten wir richtig schöne Strände (mit eiskaltem Wasser), schlenderten durchs verwinkelte und studentische Coimbra, und genossen das hervorragende und vielfältige Essen Portugals. Zu jedem Stopp unserer Rundreise durch Portugal stell ich dir in diesem Artikel neben den allgemeinen Eindrücken auch meine Tipps zu Hotels, Restaurants und sonstiges vor.

Porto_Lissabon_Straßenbahn_Altstadt

Highlights in Lissabon

In Lissabon haben wir uns bereits auf unserer Reise vor vier Jahren schwer verliebt. In dieser Stadt passt einfach alles: vielfältige und sehr schöne Stadtviertel, die Freundlichkeit der Portugiesen, das gute Essen, und vor allem der prinzipielle Charme der Stadt. An der einen oder anderen Ecke etwas schäbig, aber trotzdem irgendwie „sexy“. Diesmal blieben wir 3 Tage in der Portugals Hauptstadt. Und wir genossen jede Sekunde. Wie das eben so ist bei einem zweiten Besuch, kann man von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Abstand nehmen und sich einfach durch jeden Stadtteile treiben lassen, die entweder noch unbekannt, oder in so guter Erinnerung geblieben sind, dass diese unbedingt wiederentdeckt werden müssen.

Gewohnt haben wir im Hotel Casa do Jasmim, im oberen, ruhigen Teil des Bairro Alto, in der Nähe der Placa Principe Reial. Definitiv ein Hoteltipp für Lissabon, sehr empfehlenswert. Man ist in wenigen Minuten im Bairro Alto, in der Umgebung gibts viele gute Restaurants, Bars und Shops. Überhaupt scheint die Gegend um den Platz momentan sehr „hip“ zu sein. Hippe, total moderne Shops und hübsch eingerichtete Bars und Restaurants gibt es hier einige. Das Hotel bietet stilvoll eingerichtete Zimmer, ein ganz ausgezeichnetes, vielfältiges Frühstück mit frischen Produkten, und ein sehr persönlicher und sehr netter Service. Ich würde dort sofort wieder übernachten. Früh buchen, da sehr beliebt!

Casa do Jasmim by Shiadu – Boutique Guesthouse
Rua do Jasmim, 19

Neu war für uns die LX Factory, ein ehemaliges Fabriksareal, in dem sich seit kurzer Zeit individuelle Shops und sehr gute Bars und Restaurants befinden. Ein Szene-Treffpunkt eben. Alles, was das „Hipster“-Herz begehrt. Das Areal liegt ziemlich genau unter der riesigen Brücke des 25. April, und lässt sich daher sehr gut mit einem Besuch von Belem verbinden. Uns hats im Geschäft von Orange Mood sehr gut gefallen.

LX Factory
Rua Rodruiges de Faria 103,
Öffnungszeiten geschäftsabhängig, kein Eintritt.

Neu war für uns auch das Museo Nacional do Azulejo. Das Museum, in dem sich alles um die berühmten Fliesen dreht, liegt etwas abseits des Zentrums in einem wunderschönen Kloster und beinhaltet eine wirklich fantastische Sammlung an Azulejos, und ausführliche Beschreibungen über die Geschichte und die Entwicklung dieser. Empfehlen kann ich auch das im schattigen Innenhof des Klosters liegende Cafe.

Museo Nacional do Azulejo
Rua da Madre de Deus, 4
Anfahrt: Am besten mit dem Bus, Linien 718, 742, 794, 759. Von der Metro-Station St. Apolonia sind es sonst etwa 20-25 Minuten zu Fuß, entlang einer eher uninteressanten Straße, und Gegend.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Montags geschlossen.
Eintritt: 5€

Neben dem allseits bekannten Mercado da Riberia möchte ich dir ein Restaurant besonders ans Herz legen: Das Restaurant Zebras do Combro. Von außen unscheinbar, innen eher rustikal und einfach. Dafür mit wirklich gutem Seafood, mit ausgezeichnetem Preis-Leistungsverhältnis. Die Besitzer können kaum Englisch, bezaubern jedoch mit ihrem Charme. Bei den Speisen sollte man such unbedingt am Seafood oder Fisch halten, also jene Gerichte, die auch auf der Speisekarte als Empfehlung des Hauses markiert sind. Tischnachbarn haben Fleisch bestellt, und das war ein eher lieblos totgebratenes Stück Fleisch. Ich jedoch war begeistert von dem ganzen Tintenfisch, der bei mir am Teller landete!

Restaurant Zebras do Combro
Calcada do Combro 51-53
Öffnungszeiten: Habe ich keine übereinstimmenden gefunden…

Porto und der Beginn unseres Roadtrips

Mit dem Zug reisten wir weiter nach Porto im Norden Portugals. Jene Stadt, in der nach drei Tagen unser Roadtrip zurück nach Lissabon startet. Porto ist deutlich kompakter als Lissabon, aber mindestens genauso sehenswert. Genau wie bei Lissabon spürt man jedoch sogar im Oktober die Beliebtheit dieser Reiseziele. Im Gegensatz zu Lissabon merkt man Porto noch den langsameren Aufschwung an. Neben wirklich schönen Gebäuden gibt es auch im Zentrum so einige heruntergekommene Gebäude. Dies ändert jedoch nichts am Charme der Stadt. Hervorzuheben sind natürlich die beeindruckende Brücke, sowie die Flaniermeilen am Ufer des Tejo. Insbesondere wenn sich diese kurz vor Sonnenuntergang im goldenen Licht zeigen. Auch die verschiedenen Stadtviertel sind sehr sehenswert. Dazu gibt es noch eine berühmte Buchhandlung, die wir aber ob der absurd langen Schlange an Touristen links liegen gelassen haben. Auch den Portwein haben wir nicht verkostet.

Tipp für Fotografen: Porto eignet sich ganz ausgezeichnet für Abend- bzw. Nachtphotographie. Die Brücke und das Zentrum bieten dafür sehr schöne Motive.

Gewohnt haben wir im grandiosen Casa do Cativo, einem Bed&Breakfast. Und ich muss euch ohne Umschweife sagen: Das ist die aller schönste und beste Unterkunft, in der ich je war. Die Einrichtung im Zimmer: An Stil und Geschmack nicht zu toppen. Die Begrüßung und das Service der Gastgeber: So nett, wie als wäre man zu Besuch bei Freunden. Das Frühstück: Eine ganz besondere Auswahl an Köstlichkeiten, selbstgemachten Marmeladen, usw. Dazu gibt es noch einen kleinen Pool im Garten. Für den wars leider schon zu kalt. Macht euch doch ein Bild auf deren Website:

Casa do Cativo
Rua do Cativo 30/32
+351 932 047 476

Gegessen haben wir in Porto eigentlich jeden Tag sehr gut. Besonders gut geschmeckt hat es uns im Restaurant Traça, das uns von unseren Gastgebern empfohlen wurde. Sehr gutes Essen und eine sehr gute Auswahl an Weinen. Neben Touristen waren auch viele Einheimische im Restaurant. Nach Möglichkeit reservieren, war abends auch unter der Woche sehr voll.

Restaurant Traça
Largo São Domingos 88

Aveiro

Der erste Stopp unseres Roadtrips duch Portugal ist Aveiro, auch als Venedig Portugals bekannt. Und für ihre bunten Häuser an der nicht weit entfernten Küste. Die Stadt ist nicht sehr groß, zeigt sich bei unserem Spaziergang jedoch einladend und in einem sehr gemütlichen Ambiente. Wie es in dem im Oktober beschaulichen Ort in der Hochsaison vorgeht, möchte ich allerdings nicht wissen. Genau deswegen sind wir ja im Oktober unterwegs ;-) Pünktlich zum Sonnenuntergang machen wir uns noch auf den Weg ans Meer.

Coimbra

Coimbra ist DIE Studentenstadt in Portugal, und ohne Zweifel so etwas wie ein Geheimtipp. Imposant ist das Stadtbild der am Rio Mondego gelegenen Stadt. In engen Gassen schlängelt sich die Stadt den Hügel hinauf. Am höchsten Punkt der Stadt thront die Universität von Coimbra, einer der ältesten Universitäten Europas und seit 2013 UNESCO-Weltkulturerbe. An Coimbra hat uns ganz allgemein das Flair, durch die tausenden Studenten in der ganzen Stadt, die verwinkelten Gassen und die (gefährliches Wort) Authentizität der Altstadt gefallen. Im Gegensatz zu Lissabon und Porto ist das Zentrum noch recht „normal“ geblieben. Indiz: Restaurants mit bebilderten Speisekarten (mein persönliches No Go auf Reisen) gibt es hier kaum…

Coimbra_Sehenswürdigkeiten_Studentenstadt

Zu sehen gibt es neben der hübschen Altstadt auch so einiges: Da gibt es zunächst natürlich die Universität, mit ihren wunderschönen Sälen, der alten Bibliothek mit Jahrhunderte alten Dokumenten, und einem kleinen Museum. Außerdem kann man sich unter die Studenten mischen, und sich in der ganz guten Mensa stärken.

Neben der Universität gibt es dann noch so einige Kirchen, einen botanischen Garten, sowie das Flussufer, an dem wir allerdings nicht mehr waren.

Gegessen haben wir im sehr urigen, authentischen Restaurant Zé Neto in dem die (eher mürrische) Chefin höchstpersönlich auftischt. Und zwar die Spezialität des Hauses: Ziegenfleisch-Eintopf. Klingt deftig, ist es auch. Aber sooo gut. Das Restaurant liegt in einer kleinen Seitengasse, ist von außen eher unscheinbar, und so kam es auch, dass wir die einzigen Touristen in dem Lokal waren.

Restaurant Zé Neto
R. das Azeiteiras 8

Coimbra_Universitaet_kathedrale_Sehenswürdigkeiten

Die Küste von Nazaré bis Ericeira

Genug der Städte und des Inlands, beschließen wir die letzten Tage unseres Portugal Roadtrips in einem Hotel an der Küste zu verbringen, und finden das schöne Hotel Casa das Barcas , das wir zu dieser Jahreszeit ganz für uns alleine haben. Und eine wirklich nette Besitzerin, die sich liebevoll um uns, ihre einzigen Gäste, kümmert. Es liegt etwas abseits in einem kleinen Ort namens Atalaia de Cima, in der Nähe vonLourinha. Genau das, was wir suchen. Abgeschiedenheit, Entspannung, Erholung. Und wir haben Glück. In Gehweite befindet sich ein schickes Restaurant mit dem besten Seafood überhaupt. Tagsüber fahren wir die Küste ab, schauen im Surferparadies Nazaré vorbei, spazieren Klippen entlang, und lassen so den Urlaub entspannend ausklingen.

Restaurant Frutos Mar
R. da Água Doce 8, Atalaia de Cima, Portugal

Hotel Casa das Barcas
Estr. Porto das Barcas nº 71B, 2530-015 Atalaia, Portugal

Und? Wo ist die angekündigte Überraschung?

Für uns war dieser Portugal Roadtrip der letzte Urlaub zu weit, für so einige Zeit, da wir Anfang nächsten Jahres Nachwuchs erwarten. Jaaaaaa. Jetzt ist es raus.  Wir platzen seit Monaten vor (Vor-)freude und Stolz. Was sich dadurch am Blog ändert? Kaum was. Der Blog bleibt so, wie er ist, und wird kein „Papablog“. Ich werde genauso über meine Reisen berichten wie bisher. Ab und an eben auch mit Spezialinfos über Reisen mit Kindern, aber ansonsten bleibt alles beim alten. Wir sind schon unglaublich gespannt, was uns ab nächstem Jahr erwartet!

Warst du schon einmal in Portugal? Wo hat es dir besonders gut gefallen?

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