Ausflugstipp in Wien – Die Jubiläumswarte

Jubiläumswarte-Tipps-Wandern

Die Jubiläumswarte in Wien zählt für mich zu den Geheimtipps in Wien. Ein Geheimtipp deshalb, da sich nie mehr als ein paar Leute auf diese Aussichtswarte verirren. Verwunderlich, ob des großartigen Panoramas, und der rundherum für Spaziergänge und Picknicks einladenden Wälder und Wiesen.

Jubiläumswarte-Anfahrt-Tipps

Letztes Wochenende gab der Frühling in Wien ein kräftiges Lebenszeichen von sich, der erste Ausflug ins Grüne, der erste Ausflug zu dritt stand bevor. Und Frühling ist im Wienerwald Bärlauchzeit. So nutzten wir das strahlend schöne Wetter für einen Ausflug auf die großartige, und kaum besuchte Jubiläumswarte in der Nähe der Steinhofgründe.

Was so erste Ausflüge mit Kind mit sich bringen: Die Vorbereitungszeit glich der Vorbereit eines Wochenendtrips aus den Zeiten vor dem Leben zu dritt. Ist es zu kalt, oder eh warm, haben wir eh nichts vergessen, sollten wir nicht noch einen zweiten Schnuller einpacken, usw. Fragen, die uns in einigen Wochen wahrscheinlich zu lachen bringen werden, mussten geklärt werden. Und dann… verschlief sie den ganzen Ausflug, so gut gefiel es ihr in der Trage und an der frischen Luft. Uns Eltern gefiel es auch, die gemeinsame Zeit im Grünen. Müssen wir eben noch einmal, und noch einmal, hinfahren, damit sie was davon hat. Wir machten einen ausgedehnten Spaziergang durch den Wald, genossen das wunderschöne Panorama von ganz oben und die Zeit als Familie. Am Rückweg sammelten wir noch Bärlauch fürs Abendessen.

Die Jubiläumswarte

Die Jubiläumswarte steht auf dem Gallitzinberg am westlichen Stadtrand im Bezirk Ottakring. Die Aussichtswarte (in ihrer ersten Variante als Holzturm) wurde im August 1898 auf der Vogeltennwiese anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. als „Kaiser-Jubiläumswarte“ errichtet, jedoch noch im selben von einem Sturm verblasen. Für die Jubiläumsausstellung im Prater wurde an selber Stelle ein 27,5 Meter hoher Eisenturm (mit Aufzug) aufgestellt, der nach der Ausstellung wieder verkauft werden sollte. Der „Ottakringer Verschönerungsverein“ kaufte jedoch das Eisengestell um 35.000 Kronen. Die Eröffnung des neuen Turmes wurde am 6. Juli 1899 von Bürgermeister Karl Lueger vorgenommen (dann ohne Aufzug).

Die Jubiläumswarte, so wie wir sie heute kennen, wurde am 7. September 1956 eröffnet, nach die alte Aussichtswarte nach Baufälligkeit erst gesperrt und später abgerissen wurde. Neben der Jubiläumswarte befindet sich heute die „Wiener Waldschule“ des Forstamtes, die 1998 eröffnet wurde. In dieser wird Schulkindern an „Waldschultagen“ Umweltbewusstsein vermittelt. Mit Schautafeln wird auf den Tier- und Baumreichtum des Wienerwaldes aufmerksam gemacht.

Anfahrt und Öffnungszeiten

Die Jubiläumswarte ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto gut erreichbar. In den Sommermonaten ist die Warte jederzeit zugänglich, im Winter jedoch gesperrt. Direkt vor der Jubiläumswarte hält der Autobus 52B an der gleichnamigen Station, der Besucherinnen und Besuchervon Hütteldorf bis zur Station Jubiläumswarte führt, jedoch nur drei mal am Tag (Fahrplan). Alternativ kann man mit den Linien 46A und 46B bis zur Station Feuerwache am Steinhof fahren. Von dort sind es etwa 20 Minuten zu Fuß. Mit dem PKW erreicht man die Warte über die Johann-Staud-Straße und den Pelzer Rennweg.

Mit dem Auto kommend empfehle ich den Parkplatz in der Johann-Staud Straße, kurz nachdem man bei der Feuerwache am Steinhof in die Johann-Staud Straße einbiegt. Von dort sind es ca. 20 Minuten zu Fuß. Es geht nur mäßig bergauf, auf Kinderwagentauglichen, breiten Gehwegen. Am Weg zurück bietet sich ein Abstecher zur Kreuzeichenwiese für ein Picknick an.

Deutlich schöner (sowie nachhaltiger und umweltfreundlicher) ist die Anfahrt in Verbindung mit dem Stadtwanderweg 4. Dieser beginnt bei der Haltestelle Dehnestraße der Straßenbahn 49 in der Nähe von Hütteldorf. Von dort führt der Weg über den Dehnepark, den Silberteich und anschließend durch den Wald bis zur Jubiläumswarte. Genauere Informationen über den Stadtwanderweg 4 findest du hier.

Bärlauch im Frühling

Uns gefällts rund um die Jubiläumswarte Ende März bzw. Anfang April besonders gut, weil der Wald dann voller Bärlauch ist. Wir lieben es, auf der Rückkehr abseits der Wege Bärlauch zu pflücken und zu Hause dann zu Suppen, Pesto, Strudel oder Knödel zu verkochen. Aufpassen muss man nur, den Bärlauch von Maiglöckchen und Herbstzeitlose (beide höchst giftig) zu unterscheiden. Keine Angst, mit vorsichtigem Auge erkennt man den Unterschied sofort. Spätestens beim Kochen kannst du ja alle Blätter noch einmal kurz prüfen. Die wesentlichen Unterschiede kannst du hier nachlesen.

Mein Tipp: Bärlauch erst am Rückweg pflücken, da die Hände sonst die ganze Zeit (auch bei eventuellen Picknick oder so) nach Knoblauch riechen.

Jubiläumswarte-Kinderwagen-Kind-Tipps-

Jubiläumswarte mit Kindern und Babies

Die Jubiläumswarte ist, wie bereits geschrieben, sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, je nach Variante mit anschließendem Spaziergang. Die Wege im Wald sind kinderwagentauglich, wenn auch nicht immer ganz eben. Wir waren mit einer Trage unterwegs. Auf die Warte selbst kommt man über ganz viele Stufen. Oben kann es windig sein, also eventuell eine dünne Jacke mitnehmen. Verpflegung oder Toiletten sucht man leider vergeblich, da zahlt es sich aus, für ein Picknick einzupacken und dann zum Beispiel auf der Kreuzeichenwiese eine Pause zu machen. Es gibt jedoch eine Wasserstelle (ähnlich wie in allen Wiener Parks), gleich bei der Jubiläumswarte.

Fazit

Die Jubiläumswarte ist immer ein Besuch wert. Ich empfehle den Frühling (Bärlauchzeit). Am besten mit einem Spaziergang am Hütteldort (Dehnepark) verbinden, und so die Natur genießen. Verpflegung nicht vergessen, in unmittelbarer Umgebung gibt es keine Einkehrmöglichkeit.

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1 Comment

  • Hallo Jakob,
    ein sehr schöner Beitrag, vor allem auch schöne Bilder! Vor ein paar Jahren war ich mit meiner Familie im wunderschönen Wien unterwegs. Und auch wir haben dort schöne Wanderungen unternommen und dabei die Natur genossen. Dieses Jahr allerdings haben wir unseren Urlaub in Südtirol verbracht, auch ein schönes Plätzchen. Vor allem die Berglandschaft ist ein Traum. Aber auch Wien werden wir in Zukunft mit Sicherheit wieder besuchen. Deinen Tipp für die Wanderung behalte ich mir auf jeden Fall im Hinterkopf.

    Danke!

    Gruß,
    Tamara

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