Reisen ist ein Kinderspiel

Alles anders?! Wie sich das Reisen mit Kind (nicht) verändert

Jetzt ist es da, unser Baby. Die kleine Alicia ist heute zwei Monate alt. Als reisefreudige Eltern macht man sich natürlich so seine Gedanken, wie das denn auf den nächsten Reisen sein wird. Was sich ändert, was sich nicht ändert, ob wir Alicia unsere Begeisterung fürs Wandern, Reisen und Entdecken vermitteln können. Fliegen wird ja schon alleine aufgrund unserer Herkunftsländer, Österreich bzw. Nicaragua, ein fixer Bestandteil in unserem Leben bleiben. So viel steht fest. Da wurden wir natürlich neugierig, und fanden das Buch „Reisen ist ein Kinderspiel“ von Axel Halbhuber.

Buch „Reisen ist ein Kinderspiel“

Das Buch „Reisen ist ein Kinderspiel“ habe ich regelrecht verschlungen, fast auf einmal ausgelesen. „Reisen ist ein Kinderspiel“ ist ein Plädoyer fürs Reisen mit Kind. Erzählt der Autor doch vom Reisen mit seinem Sohn Valentin in wunderbar positiver, witziger Art, die mich beim Lesen immer wieder zum Schmunzeln bringt. Und immer wieder innerlich sagen lässt „Ja, so oder so ähnlich wünsche ich mir das auch mit Alicia“. Axel Halbhuber ist in seiner zwölfmonatigen Karenz mit Sohn und Frau zu gewöhnlichen und außergewöhnlichen Reisezielen aufgebrochen. Reisen nach Jordanien standen genauso am Programm, wie ein Tagesausflug in die beliebten Ötschergräben. Ein Städtetrip nach Madrid genauso wie eine Reise mit dem Wohnmobil nach Kärnten. Der Autor wagte sich sogar (und seine Wortwahl kann ich in diesen Kapiteln besonders gut nachvollziehen) in die Vorhölle, und zwar in All-Inclusive-Clubs und Kinderhotels, ja sogar auf eine Kreuzfahrt. Axel Halbhuber wollte seinem Sohn von allem etwas zeigen. Und kommt dann, wie der Untertitel des Buches verrät, drauf, dass vielmehr Valentin ihm die Welt zeigt.

Dazu gehören besondere Momente wie zum Beispiel ein Nachmittag auf einer Almenwiese oder ein Tag im Park in Madrid, die er, wie er schreibt, vollends genießt. Es geht nicht mehr um das Abklappern der Sehenswürdigkeiten, es geht um die gemeinsame Zeit mit seinem Sohn. Sein Sohn, der noch den Blick für das Wesentliche hat. Sein Sohn, dem vor dem schiefen Turm von Pisa nicht viele halblustige Photos und 37 Selfies wichtig sind, sondern vielmehr die Wiese davor, auf der er spielen kann, und mit dem pausierenden Eisverkäufer auf seine Art und Weise kommuniziert. Quasi die Entdeckung der Langsamkeit, eben auf Reisen. Und da ist er wieder, der Gedanke – „Ja, so oder so ähnlich wünsche ich mir das auch mit Alicia“.

„Schade, dass er sich nicht daran erinnern wird“

Mit diesem Satz beschreibt Axel Halbhuber die häufigste Reaktion auf seine Ankündigungen, mit Valentin nach Jordanien, Griechenland, Madrid und London zu reisen, auf einer Berghütte zu übernachten, mit dem Wohnmobil zu verreisen oder in ein Kinderhotel zu fahren. Aber ist das denn wirklich so? Axel Halbhuber sagt „Nein“, und ich stimme ihm (noch vor der ersten Reise) zu.

Reisen sei schließlich auch, den Moment zu leben, und nicht der Erinnerung wegen. Und, warum sollen Eltern ihre Art zu reisen auf den Kopf stellen, nur weil da plötzlich ein kleines Kind ist.

Die vorbestimmte Art zu reisen

Eltern haben ihre Reisegewohnheiten, und kennen die Bedürfnisse oder die Angewohnheiten ihrer Kinder am besten, und müssen beides auch beim Reisen unter einen Hut bringen. So sind Eltern, die schon bisher immer in AI-Clubs gefahren sind, nicht jene, die dann mit Kind mit Rucksack durch Südostasien reisen. Und wenn Kinder im Alltag schon bei kürzesten Autofahrten protestieren, ist ein Roadtrip wohl auch nicht die beste Wahl. Weder Eltern noch Kind(er) sollten sich etwas zumuten, was sie anzweifeln. Reisen und Urlauben soll schließlich immer noch der Erholung dienen und Spaß machen. Warum Vielreisende ihren Horizont von Südamerika auf Jesolo verringern, ist eine ebenso im Buch gestellte und beantwortete Frage, wie der Unterschied zwischen Urlaubern und Reisenden. Und warum Kinder immer zu Letzerem zählen!

Fazit

Alex Halbhuber ist es mit diesem Buch gelungen, uns in unserer Vorstellung von Reisen mit Kindern zu stärken bzw. zu bestätigen. Ob es dann wirklich so sein wird, werden die nächsten Wochen, Monate bzw. Jahre zeigen. Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt auf unsere ersten Reisen zu dritt. Und ich möchte dieses Buch allen (werdenden) Eltern ans Herz legen. Es inspiriert, und bringt Antworten auf so manche Fragen, und bringt den Leser bzw. die Leserin zum Schmunzeln.

Mehr zum Autor und diesem Buch

Podcast – Interview mit Axel Halbhuber zum Thema Reisen mit Kindern auf dem Reise Podcast Kofferkinder

Interview mit dem Autor auf dem Papablog casualdad.at

Das Buch im Amalthea Verlag

Vielen Dank an den Amalthea-Verlag, der mir das Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt hat!

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