Kolumbien – Reiseblogger verraten ihre Highlights

„Kolumbien ist so schön und anrührend, so widersprüchlich und mitreißend wie kaum ein anderes Land in Lateinamerika“, schreibt der Journalist Jakob Strobel y Serra in seinem Portrait. Kolumbien, das ist das Land von Literatur-Nobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez, von weltbekannten Musikern wie Juanes oder Shakira, von fantastischen Fußballern wie Valderrama oder Falcao, aber auch von dunklen Seiten der Geschichte, wie etwa der FARC und Escobar (die zum Glück der Geschichte angehören). Dieses Land möchte ich kennenlernen, gemeinsam mit meiner Familie. Und so werden wir in etwa 1,5 Monaten in Medellin, der Stadt des ewigen Frühlings, landen und ein Monat, gemeinsam mit unserer dann 10 Monate alten Tochter, durch das Land reisen. Anders als früher, das heißt deutlich langsamer und im Rhythmus an sie angepasst. Schließlich möchten wir, dass auch Alicia die Reise genießt, in exotische Früchte beißt, neue Geschmäcker kennenlernt, und ihren Horizont erweitern kann.

Auf der Vorbereitung auf anstehende Reisen lese ich, neben Reiseführern und andere Literatur (z.B. den großartigen kolumbianischen Autor Gabriel Garcia Marquez), besonders gerne Reiseblogs. Ich habe daher ausgewiesene Kolumbien-Expertinnen und Experten gebeten, mir ihr persönliches Highlight in Kolumbien zu verraten. Die Reiseblogger entführen dich in den nachstehenden Beschreibungen in die Karibik, erzählen von einer verlorenen Stadt, von Piratennestern, und vieles mehr. Los gehts:

#Kolumbianisches Karibikfeeling auf Providencia

Providencia ist eine kleine Insel in der Karibik, 800 km vom kolumbianischen Festland entfernt. Früher ein Piratennest, wovon noch vereinzelt Kanonen und Schatzhöhlen zeugen. Heute ist die Insel in einem gemächlichen Dornröschenschlaf versunken. Das liegt vermutlich daran, dass Providencia weder einfach oder günstig zu erreichen ist.

Auf unserer vierwöchigen Kolumbien-Rundreise ist Providencia nach Bogota die zweite Station. Der Plan: runterkommen und erholen. Dazu mieten wir uns bei einem Hotel mit Tauchschule ein, direkt am Strand, auf unserem Balkon eine Hängematte. Jeden Abend sitzen wir andächtig zum Sonnenuntergang am Meer. Wenn die Dunkelheit sich über die Bucht gelegt hat, schlafen wir beim Rauschen des Meeres ein, morgens werden wir etwas unsanft vom selbstbewussten Schrei eines jungen Hahnes geweckt.

Die Vormittage nutzen wir zum Tauchen, unser liebstes Hobby. Unter Wasser sind wir meist allein, mit ein paar halbzahmen Riffhaien, an die wir uns schnell gewöhnen, gelegentlich mal einem Rochen, Feuerfische, was so das Taucherherz höher schlagen lässt. Nach dem Tauchen genehmigen wir uns erstmal einen Halbliter-Mango-Shake im Strandrestaurant. Dann Siesta in der Hängematte. Viel mehr gibt es aber auch nicht hier in unserer kleinen Bucht auf Providencia, aber genau deswegen sind wir hier.

Ein Highlight ist das Pferderennen am Strand – die Einheimischen wetten wie verrückt und fiebern mit. Einen Tag mieten wir uns einen Golfcaddy und erkunden die Insel. Internet gibt es auf Providencia eigentlich nicht. Für uns ist die Insel jedoch perfekt: zum Tauchen, zum Erholen, dem Meer beim Rauschen zuhören – ein idealer Einstieg in unsere Kolumbien-Rundereise und für uns ein echter Herzensort.

Über Claudia & Dominik und Weltreize

2015 haben Claudia und Dominik von weltreize ihren großen Traum wahr gemacht und sind 1 Jahr auf Weltreise gegangen. Seit sie zurück sind, nutzen sie jeden freien Tag für ihre liebsten Beschäftigungen: Reisen, Tauchen und Bloggen.

#Ciudad Perdida – die „Verlorene Stadt“ in der Sierra Nevada de Santa Marta

Anfang des Jahres war ich für insgesamt 3 Monate in Kolumbien und mein einprägsamstes Highlight war sicherlich die Ciudad Perdida. Die wiederentdeckte präkolumbianische Stadt liegt inmitten der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens und wird oft mit Machu Picchu verglichen. Anders als bei meinem Besuch der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit Perus, konnte ich dorthin nicht bequem mit Zug und Bus bis vor die Stadttore anreisen. Stattdessen musste ich eine beschwerliche, aber lohnenswerte 4-tägige Wanderung durch den Dschungel auf mich nehmen. Das tun sich täglich 100-150 Touristen wie Einheimische an, die von lizenzierten Touranbietern geführt werden. Eine Erkundung auf eigene Faust ist nicht möglich. Mit einer Freundin und fünf anderen Touris waren wir jedoch in einer sehr kleinen Gruppe unterwegs, zusammen mit unseren erfahrenen Guides Isidro und Mervin. Isidro ist einer der ältesten Guides am Ciudad Perdida Trek. Seit mehr als 30 Jahren begleitet er Wanderer und Expeditionsteilnehmer und hat gute Kontakte zu den indigenen Völkern, die entlang des Treks leben. Definitiv ein Bonus, denn so erfuhren wir aus erster Hand etwas über die Traditionen und Kultur der Wiwa, in deren Camp wir auch übernachteten.

Pro Tag legten wir bis zu 15 Kilometer in anstrengendem, oft steilen und rutschigen Gelände zurück. Dazwischen gab es immer wieder Möglichkeiten, sich im Fluss und unter Wasserfällen zu erfrischen. Am Morgen des 3. Tages erreichten wir schließlich die „Verlorene Stadt“, die 1.200 Steinstufen oberhalb des „Paradiso“-Camps liegt, versteckt im dichten Dschungel. Obwohl von der Ciudad Perdida großteils nur noch die Grundmauern zu sehen sind, ist das terrassenförmig angelegte Areal wahrlich beeindruckend und das Erlebnis um ein Vielfaches intensiver, ursprünglicher als im viel touristischeren Machu Picchu. Wenn ihr also in der Nähe von Santa Marta seid, (mindestens) vier Tage Zeit habt und körperlich einigermaßen fit seid, kann ich euch den Ciudad Perdida Trek nur wärmstens empfehlen.

Über Florian und Travelpins

Florian betreibt gemeinsam mit seiner Partnerin Corinna den Blog Travel Pins, auf dem sie über Aktiv- und Genussreisen, Roadtrips und Outdoor-Abenteuer schreiben. Zum Spanisch lernen machte er eine 9-wöchige Bildungskarenz in Kolumbien und bereiste anschließend 3 Wochen das Land.

#Kolumbien – die freundlichen Menschen berühren das Herz

Gemeinsam mit meinen Kindern und meinem Mann habe ich Kolumbien bereist. Viele haben damals mit Unverständnis auf unsere Pläne reagiert. „Kolumbien, wie kann man dort nur hinreisen – und dazu noch mit Familie!?“ Kolumbien wurde gleichgesetzt mit Mord und Totschlag, mit Verbrechen, mit Gefahr.

So ganz ohne Bedenken sind wir nicht losgereist, das muss ich schon zugeben. Umso erfreulicher war dann die Überraschung vor Ort. Egal wo wir hinkamen, wurden wir herzlich und mit offenen Armen empfangen. Sogar auf einem lebhaften Blumenmarkt in Bogotá riefen uns die Markttreibenden aus der Entfernung zu: „Bienvenido a nuestro país“ – willkommen in unserem Land. Man interessierte sich für uns, wollte wissen, wo wir herkommen und welche Pläne wir für unsere Reise hatten. So freundlich wurden wir bis dahin und danach in keinem anderen Land empfangen.

Wir haben die Kolumbianer als ausgesprochen liebenswürdiges und offenes Volk kennengelernt. Das hat uns, neben der unglaublichen Vielfalt des Landes und den fantastischen Landschaften, ganz besonders begeistert. Kolumbien, bzw. die Kolumbianer haben unser Herz berührt. So sehr, dass unser großer Sohn ein FSJ in einem Kinderheim in Kolumbien plant. Zur Freude der ganzen Familie. So haben wir einen weiteren Grund bald wieder nach Kolumbien zu reisen.

Das soll aber natürlich nicht heißen, dass man vor Ort nicht eine gesunde Vorsicht walten lassen sollte – wie überall auf der Welt!

Über Ellen und Patotra

Patotra ist der Reiseblog für entdeckungsfreudige Paare, Best-Ager und Familien. Immer mit der Kamera im Anschlag bin ich, Ellen, auf der Suche nach den besonderen Orten und Erlebnissen rund um die Welt und in meiner Heimat am schönen Bodensee.

#Die Vielfalt macht es aus

Kolumbien hat einfach alles! Während meiner vierwöchigen Reise durch Kolumbien beeindruckt mich die unglaubliche Vielfalt des Landes: Kolumbien steckt einfach voller Highlights. Wie zum Beispiel Cartagena, der farbenfrohen Stadt mit ihrem kolonialen Altstadtkern und viel karibischen Flair, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Neben der Kathedrale prägt das Fort San Felipe de Barajas mit seinen wuchtigen Mauern das Stadtbild. Einen Besuch wert ist auch Kolumbiens Hauptstadt Bogotá mit Sehenswürdigkeiten wie den Altstadtvierteln„Germania“ und „La Candelaria“, dem Hauptplatz Plaza Bolivar, dem Goldmuseum oder dem Hausberg Montserrate mit seinen knapp 3.200 m Höhe.

Hoch hinaus geht es auch in den Nevados, der höchsten Erhebung der Zentralkordillere. Höchster Punkt ist der aktive Vulkan Nevado del Ruiz mit 5.400 m. Grün wird es im Kaffeeanbaugebiet, der Zona Cafetera, wo man auf einer Kaffee-Hacienda den Herstellungsprozess von Kolumbiens wichtigsten Exportartikel miterleben kann. Auch ein Abstecher ins Valle de Cocora lohnt sich – hier triffst Du auf Kolumbiens Nationalbaum, die bis zu 80 m hohe Wachspalme. San Agustin gilt als archäologisches Zentrum von Kolumbien mit einer der eindrucksvollsten Ausgrabungsstätten Südamerikas. Bizarre Felsformationen, ausgewaschene Canyons, eine rot-braune Mondlandschaft – das ist die Wüste El Desierto de Tatacoa. In Villa de Leyva mit seinen kopfsteingepflasterten Gassen rund um die zentrale Plaza scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.


An der kolumbianischen Pazifikküste relaxe ich in der urigen Dschungellodge El Cantil in der Nähe von Nuqui. An der Karibikküste befindet sich einer der atemberaubendsten Nationalparks Südamerikas, Tayrona. Neben den traumhaften Stränden gibt es Wanderwege, z.B. zu einem historischen Dorf der Tayronakultur. Den Abschluss meiner Kolumbien-Rundreise bilden die Karibikinseln San Andres und Providencia. Mit feinsandigen, weißen Stränden, Kokospalmen und dem türkisblauen Wasser erfüllen sich hier alle Träume von der Karibik. Eine Landschaft wie eine Fototapete!

Über Marion und Escape from reality

Marion schreibt auf ihrem Blog Escape-from-reality über Ihre großen und kleinen Auszeiten weltweit und vor der Haustür und gibt Dir Inspirationen und Tipps zu (Gruppen-)Reisen, Kurztrips, Ausflügen und Festivals.

# Die Comuna 13 in Medellin

Die Comuna 13 ist einer der Orte in Kolumbien, die man mit einem Hype verwechseln könnte, wenn man sich nicht mit der Geschichte des Ortes auseinandergesetzt hat. Heute ist das Viertel von Medellin ein Slum, in den Touristen pilgern, um sich Graffitis anzusehen und mit Freiland-Rolltreppen zu fahren. Es gibt eine berühmte Eisdiele, Straßencafes und ein paar kleine Galerien ansässiger Künstler. Wer die Geschichte nicht kennt, für den war es das.

Doch die Comuna 13 ist mehr. In der Comuna 13 gab es 2002 einen Militäreinsatz gegen die FARC-EP-Rebellen. Diese paramilitärische Organisation entstand in den 60ern zunächst, als Bewegung für die Rechte der Landbevölkerung. Durch massive Repressionen wandelte sich ihr Selbstverständnis jedoch in Richtung einer radikalen kommunistischen Gruppierung, die für Entführungen und Morde berüchtigt wurde. Die FARC-EP aber auch anderen paramilitärische Gruppen fochten in den 80ern und 90ern schließlich einen blutigen Bürgerkrieg in Kolumbien aus, den der neugewählte Präsident Uribe mit allen Mitteln beenden wollte. An dem Elendsviertel San Javier in Medellin, das in fester Hand der FARC-EP war, wurde daher ein Exempel statuiert und es gab einen massiven Militärschlag mit Luftunterstützung. Dabei wurden neben dem meisten Rebellen auch unzählige Zivilisten getötet. Die FARC-EP wurde besiegt, doch ein ganzes Stadtviertel wurde traumatisiert.

Wenn man heute durch die Comuna 13 läuft und weiß, wo man hinsehen muss, dann sieht man Einschusslöcher unter den Graffitis und Rolltreppen, die einen verlorenen Stadtteil aus der Isolation geholt haben. Man sieht Bilder, die mehr bedeuten, als sie auf den ersten Blick zeigen und man sieht Künstler, die die Geister des Bürgerkrieges mit bunter Farbe bekämpfen. Die Comuna 13 ist ein Ort, der im ersten Moment betroffen macht, der zum Nachdenken anregen kann, aber auch ein Ort, der sehr viel Hoffnung macht und zeigt, dass ein Klecks Farbe bereits die Welt verändern kann.

Mehr über Martinas Eindrücke aus Kolumbien liest man hier nach.

Über Max & Martina und Travelgrapher

Max und Martina aus Bayern schreiben auf Travelgrapher über ihre Reisen, die sie seit 2018 von Kuba aus quer durch Amerika führte und in Kürze auch durch Asien führen wird. Dabei lassen sie es jedoch langsam angehen, sie möchten sich die Zeit nehmen, um ein Gefühl für das bereiste Land zu bekommen. Da sie von unterwegs arbeiten, haben sie kein zeitliches Limit, wie lange die Reise geht. Max und Martina mögen Großstädte aber auch die einsame Natur sehr gerne. Ihre Kamera haben sie stets mit dabei.  Zu ihren bisherigen Highlights zählen das Miterleben eines Vulkanausbruchs in Guatemala, Rifftauchen vor Honduras, die Cenoten in Mexiko und eine Tour im Hochland von Bolivien. Aber es sind vor allem  die Begegnungen mit Menschen jeden Tag, die ihre Reise bereichern. 

Reizt Dich eine Reise nach Kolumbien? Welche Top-Tipps kannst Du zur Liste beitragen? Rein damit in die Kommentare!

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1 Comment

  • Nach Kolumbien muss ich definitiv zurück. Ich war im März für einen Monat in Antioquia und neben Medellín hat mir vor allem das Städtchen Jardín sehr gut gefallen. Ich wünsche euch eine schöne Reise und freue mich auf weitere Kolumbien-Artikel.

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